Lina.alice

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it's more than just a photgraph.

Du taumelst mitten in die Arena. Du weißt weder wie du hierhergekommen, noch warum du dich hier befindest. Dein Körper ist erfüllt von einem Gefühl was undefinierbar erscheint. Es fühlt sich an wie Platzangst, nur ein wenig schlimmer. Die Szenerie erinnert an ein Theater in der damaligen Dramaturgie. Du siehst dich um und schaust in durch die Ränge, auf der Suche nach etwas oder jemandem der dir all das erklären kann um es begreifen zu können. Doch niemand scheint dich zu bemerken und so setzt du ein Fuß vor den anderen um diesen gewaltigen Schauplatz unter dir zu spüren. Du merkst wie das Gefühl, was zuvor deine Brust zu sprengen drohte, sich auf deine Gliedmaßen verteilt hat. Wie ein Gift was durch deine Adern fließt und dich nach und nach betäubt. Du gehst du weiter, auf der Suche nach einer Antwort. Doch du wirst zum Hindernis deiner selbst, durch dieses eigenartige Toxikum in dir. Die Angst so groß als ständest du vor einer Klippe und die Gedanken so laut, dass es aussichtslos erscheint noch irgendjemand hören zu können. Du atmest tief ein, willst losschreien. Es ist als wärst du einer anderen Abstammung als diese Wesen um dich herum. Es gibt dir ein Gefühl von Einsamkeit, denn sie werden deine Sprache nicht sprechen und deine Handlungen nicht verstehen. Als wärst du inmitten eines grausamen Theaterstückes, dessen Anfang du verpasst hast. Es läuft weiter und dir davon. Ein Teil von dir rennt los, doch ist der andere Teil schon viel zu schwach. Trotzdem rennst du los, denn dich hält nichts mehr hier. Die Angst dass dich dieser Moment noch mehr einholen könnte, lässt deine Füße trotzdem in Bewegung setzen, jedoch mit der Ungewissheit ob du davon rennst oder all dem hinterher. Der Atem wird schwerer und die Lunge brennt. Deine sterbliche Hülle scheint so verwundet, sodass sich der Blick in Richtung Zentrum in sekundenschnelle verkleinert, bis du so benommen bist und nichts mehr siehst. Als wärst du gefangen in einem Tunnel, dessen Ausgang nicht mehr in Sicht ist. Und plötzlich wachst du auf. Alles war ein elender Traum. Doch als dein Bewusstsein nach und nach ein Stück weit mehr seinen Platz in dir findet, spürst du die Wunden an deinem Körper. Du liegst da. Mitten in der Arena, auf der großen Bühne des schlechten Dramas. Das Gesicht in den staubigen Boden der Szenerie gedrückt. Du versuchst dich aufzurichten und umzusehen. Alles was du siehst ist Leere, denn das Publikum scheint schon lange gegangen zu sein. Vereinzelnd siehst du ein paar dieser Wesen, die noch geblieben sind, als würden sie auch den letzten Satz vom Abspann sehen wollen. Aber viel schneller reißt es dich zurück und du begreifst, dass du dich immer noch hier befindest. All das ist kein Traum gewesen, sondern die Realität. Um dich herum ist es plötzlich so still, als hätte das Gift deine Gedanken verstummen lassen. Du stehst langsam auf und klopfst dir den Dreck von deinem Körper. Und da schaust du an dir hinunter und in diesem Moment begreifst du es. Plötzlich ist es eindeutig, wer dir das angetan hat. Du weißt warum du hier bist. Und dabei wird dir bewusst, dass es eigentlich nur um dich ging. Denn du bist dein eigener Feind, der Feind in dir.